Kurz vorab: Ich trinke ab und zu Wein und ich bin Mama. Das ist eine Kombination, die anderen schlichtweg egal ist. Es sei denn, man sieht sie in den Social Networks. Ich frage mich, warum es auf einmal hip geworden ist, Wein zu trinken und das mit „Stressbewältigung“ zu begründen. Gehts noch? Es geht weiter mit Zigaretten und Zucker.

Verherrlichung von Zigaretten auf Social Networks und in Filmen

Weißt du noch früher, als man in jedem Film Zigaretten sah? Das ist heute äußerst selten geworden. Ich muss immer an Mad Men denken, wenn es um Zigaretten in Filmen geht. Darin waren Zigaretten noch salonfähig. Das ist eine Serie, die in der 60er Jahren in New York spielt. Schlichtweg alle Mitarbeitenden der Marketing-Agentur rauchen: immer, überall, auf der Arbeit. Das war früher eben normal, bevor es Arbeitsschutzgesetze gab.

Persönlich habe ich das Gefühl, dass immer wenige (junge) Menschen rauchen. In der Öffentlichkeit ist es seltener geworden. Zum Glück ist das Rauchen seit einiger Zeit auch an Stationen von Bahnen untersagt. Ich mag den Trend sehr.

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Rauchverbot vor Kindern

„Hier hat sich seit fünfzehn Jahren der Anteil der rauchenden 12- bis 17-Jährigen erheblich reduziert. Er ist von 27,5 Prozent im Jahr 2001 auf 6,6 Prozent im Jahr 2018 gesunken. Auch bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren geht das Rauchen zurück. 2001 rauchten 44,5 Prozent. Im Jahr 2018 taten dies noch 24,8 Prozent.“

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Mit Menschen, die in Kindernähe rauchen habe ich eh ein Problem. So sehr, dass ich auch schon Familienfeste verließ, weil es kein Entgegenkommen gab. (Rate, wer dann die Spaßbremse war? Richtig). 🤷🏼‍♀️

Gut, der Rauch-Trend geht zurück, ist es heute nicht mehr cool, zu rauchen. In meiner Kindheit war das noch anders. Nur was ist mit dem Alkohol?

Alkohol auf Social Media: Bei Eltern & Influencern - Muss das sein? Mamaskind.de
Alkohol auf Social Media: Bei Eltern & Influencern

Alkohol-Konsum auf Instagram

Zigaretten sehe ich nie in meiner Instagram-Bubble, wenn ich durch den Feed scrolle. Oder wenn ich auf neuen Profilen surfe. Niemals.

Anders sieht es mit Alkohol aus. In einer Zeit, in der quasi jede:r jemanden mit einer Krebs-Erkrankung oder Diabetes kennt, muss ich sicher nicht auf die Folgen regelmäßiges Alkoholkonsum aufmerksam machen.

Oder doch:

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  • „Lebererkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Nervenschäden,
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Entzündungen im gesamten Verdauungstrakt,
  • Krampfadern der Speiseröhre, Muskelschwund, Krebserkrankungen“ (Netdoktor)

Klar, man könnte mich erneut als Party Pooper bezeichnen, doch es geht nicht um vereinzelte Partys.

„Doch auch schon geringe Mengen Alkohol können gesundheitliche Probleme verursachen. Eine unschädliche Dosis gibt es nicht.“

Quelle: Netdoktor
Alkoholfreier Sekt mit Cocktailkirschen
Alkoholfreier Sekt mit Cocktailkirschen

Eltern, die zur Entspannung Wein trinken

Ich finde es Wahnsinn, dass Alkohol – eine legale Droge – so offen Einzug in die Social Media Welt bekommt. Alkohol war nie weg, begleitete er doch die Erwachsenen auf jedem Geburtstag, jedem Kindergeburtstag, sonstigen Anlässen, ach, und zwischendurch.

Das Feierabendbier, oder zwei, drei, vier, durfte auch nicht fehlen. „Ein tägliches Glas Rotwein ist gesund!“. Sicher, es findet sich für jedes Verhalten irgendeine {seltsame} Studie, die das bejaht.

Aber ernsthaft: Eltern, die sich an einem Tag über Erziehungsthemen austauschen, sich öffnen, wie hart der Alltag mit Kindern sein kann und dann abends ihr tägliches Glas Wein in die Instagram-Kamera halten? Weil es ohne Wein nicht mehr geht? Weil es entstresst? Meditation ist gesünder.

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Eltern haben eine Vorbildfunktion, Influencer auch

Nein, ich möchte keine Werbung für Wein machen, danke liebe Unternehmen. Auch nicht für alkoholfreie „Gin-Ersatzprodukte“. Ich bin eh kein Fan von Ersatzprodukten, das fällt mir als Vegetarierin immer wieder auf. Doch wie kann es sein, dass eine legale Droge plötzlich in so vielen Storys auf Instagram ist?

Stress und Alkohol dürften sicher eine sehr schlechte Kombination sein. Alkohol im Haushalt mit Kindern finde ich ebenso problematisch, insofern dies regelmäßig stattfindet.

Zuckerfrei für Kinder - der Ratgeber zeigt die Gefahr von Zucker und bietet viele wertvolle Informationen - Mamaskind.de
Zuckerfrei für Kinder – der Ratgeber zeigt die Gefahr von Zucker und bietet viele wertvolle Informationen

Schädigende Sucht- & Konsummittel verbieten?

Drogen haben meiner Ansicht nach nichts im Internet und in Werbung zu tun, egal, ob sie legal oder illegal sind. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und das auf andere Dinge ausweiten, die schädigend sein können.

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Dazu zähle ich „Kinder-Produkte“, wie Süßigkeiten, Cornflakes oder auch spezielle Wurst für Kinder. Wir machten mit unseren Kindern ein Zucker-Projekt, ich interessiere mich für zuckerfreie Ernährung: ganz ohne Süßstoffe oder Quatsch-Ersatzprodukten, in den genauso viel „natürlicher Zucker“ steckt.

Doch ganz ehrlich? Ich fühle mich immer unsicher, weil ich der Werbung nicht mehr vertrauen kann. Werbung für stark gesüßte Milchriegel oder mit Fußballern, die Schokocreme aufs Brot schmieren: Was soll denn das?

Man sagt, dass die Dosis das Gift macht, doch wie soll ich diese Dosis reduzieren, wenn hinter jedem Regal die nächste Verlockung wartet? Wenn ich als Verbraucherin eine Ernährungsberatung brauche, um nun festzustellen, ob zu viel Zucker, Fett, Salz oder sonstige Stoffe im Essen sind, die auf Dauer krank machen können?

"Kinder-Produkte" im Supermarkt - sprechen leider auch Erwachsene an - Mamaskind.de
„Kinder-Produkte“ im Supermarkt – sprechen leider auch Erwachsene an

Weg mit der Werbung

Ich wünsche mir ein komplettes Verbot für alle legalen Drogen, für Alkohol, Zigaretten (weg damit von den Kassen & Automaten). Ich möchte keine Werbung mehr sehen für Nahrungsmittel, die so stark verarbeitet sind oder Zucker & Fett enthalten, dass man davon erkranken kann.

Weg mit der Werbung für Fast Food Ketten, deren Essen eigentlich nicht schmeckt, ungesund ist, aber das die Kinder lieben, weil das Marketing einfach unglaublich gut ist und hängen bleibt. Ich liebe es nicht.

„Dann schau doch nicht hin, du Glucke!“

Wie soll ich das tun? Überall gibt es Werbung für Ungesundes. Immer, wenn mich ein Kind nach Produkt XY fragt, weiß ich: „Aha, hat es irgendwo in der Werbung gesehen oder bei einem Kind in der Schule“. Schulen und Kitas sind trotz (geringer) Bemühungen nämlich leider auch nicht frei von Zucker.

Was ist also die Lösung? Was Wie siehst du das?

Patricia schrieb auf Moms Blog auch über das Thema: Jugendliche & Alkohol und erklärt zudem, was Alkohol im Körper anstellen kann.

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Alkohol auf Social Media: Bei Eltern & Influencern