Was soll denn das mit der digitalen Bildung? Liebe Entscheider:innen, wir müssen über die Schule und die Zukunft unserer Kinder reden. Klar, das möchtet ihr nicht hören, es ist euch egal, weil Kinder nicht wählen dürfen und die Eltern keine richtige Vertretung in der Politik haben. Nur wie sollen Schulen, so wie sie sind, unsere Kinder reif für das Leben machen?

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Warum haben so wenig Schulen digitale Bildung?

Als mein erster Sohn eingeschult wurde, konnten wir ihn für einen freiwilligen Computerkurs anmelden. Dieser fand nach der Schule statt und musste privat bezahlt werden. Nicht jede Familie konnte oder wollte sich das leisten.

An der neuen Schule gibt es keinen Computerkurs für Grundschüler, nicht einmal einen privat zu bezahlenden. Das ärgert mich richtig!

Schulen heute: Papier und Kreidetafel - Mamaskind.de
Schulen heute: Papier und Kreidetafel von Giphy

Während mein inzwischen 11-Jähriger Sohn damals spielend den Umgang mit Betriebssystemen, Suchmaschinen, Schreibprogrammen und ein wenig Excel lernte, müssten wir mit dem zweiten Sohn alles selbst üben.

Aber ganz ehrlich, zwischen den andauernden Hausaufgaben, der kurzen Freizeit und dem Abendessen ist nicht mehr viel Zeit oder Lust. Besonders die Pandemie und das Homeschooling hat sicher nicht nur uns als Familie sehr mürbe gemacht.

Ich bin mir sicher, dass viele Lehrpersonen ebenfalls für mehr digitale Inhalte bzw. für die Ausstattung der Schulen sind. Doch wie fängt man das an?

Digitale Bildung gehört in die Schulen

Mir ist bewusst, dass es ein paar Eltern gibt, die ihre Kinder am liebsten gar nicht vor den Computer setzen würden. Ich bin genau der gegensätzlichen Meinung.

Kinder sollten dem Umgang mit Computern, mit Software und dem sicheren und geschützten Umgang im Internet bereits in der ersten Klasse lernen! Kindersuchmaschinen wie fragFINN sollten alle Schulverantwortlichen kennen.

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Das ist leider längst nicht so. Selbst im Computerkurs meines Sohnes durften Kinder fröhlich in Google Dinge eingeben, die nicht immer gewünschte Ergebnisse zeigten. Es ist noch viel zu tun.

Kinder sicher durchs Internet bringen ist schwer

Ich bin technisch vielseitig interessiert, beschäftige mich mit dem sicheren Umgang im Internet für Kinder. Doch selbst für mich ist das oft ein Graus.

Daher sollten gerade Kinder in den Schulen lernen, wie sie sicher durchs Internet kommen. Es fehlt das Schulfach digitale Bildung. Dazu gehören u. a.:

  1. Umgang mit Computern
  2. Schreibprogramme & erste Funktionen
  3. Erstes Rechnen mit Tabellenkalkulation
  4. Verhalten im Internet
  5. Kindersuchmaschinen
  6. Erklärung von Social Networks
  7. YouTube / YouTube Kids usw.

YouTube für Kinder?

Das ist nur ein Ausschnitt, doch denke ich, dass es bereits hier viele Fragen gibt. YouTube ist zum Beispiel längst nicht so harmlos für Kinder, wie es klingt. Ganz schnell ist man durch vorgeschlagene Videos auf Inhalten, die nicht kindgerecht sind.

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Auch vorgeschaltete Werbung kann ungeeignet für Kinder sein, selbst wenn es sich um YouTuber handelt, die Kinder als Zielgruppe haben! Daher sehe ich es hier kritisch, wenn Kinder allein auf YouTube surfen. Und das ist nur ein Teil des Netzes, in dem sich Kinder unbegleitet bewegen.

Wo ist das geschulte Personal?

In den Schulen sollte es dringend ausgebildetes Personal geben, die Kindern den Übergang in die digitale Welt ermöglicht. So ulkig, wie diese Formulierung klingen mag, so wahr ist sie auch. In der Realität unterrichten manchmal Lehrer:innen Informatik, die sich noch nie mit der Materie auseinandersetzten.

In den meisten Jobs, ob in der Ausbildung, im Studium oder danach, braucht es Internet. Doch es startet schon vorher. Selbst in den Grundschulen wird verlangt, dass Texte mit dem Computer geschrieben werden, ohne jedoch den Unterricht anzubieten.

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Also sitzen Eltern wieder mit den Kindern zu Hause, die vielleicht selbst nicht so Computer-affin sind. Das bringt wieder unfaire Verteilungen mit sich. Die guten Schüler werden auch hier besser und diejenigen, die mit schlechteren Bedingungen starten, haben wie so oft das Nachsehen.

Mir ist natürlich bewusst, dass es an antiken Schulplänen und vor allem am Geld liegt.

Digitale Begleitung zu Hause

Klar ist auch, es ist selbst als Technik-versierte Person nicht leicht, die Kinder durch den Internet-Dschungel zu begleiten. Wenn ich da an verschiedene Endgeräte denke (Tablet, Fernseher, Nintendo Switch, Xbox, Smartphone), es ist ein Graus, diese allesamt kindersicher zu machen.

Es ist meiner Ansicht nach für Laien viel zu schwer, sich in all die Apps und Systeme hineinzuversetzen, sie zu verstehen und ordentlich zu verwalten. Denn das Ziel ist klar: Die Kinder sollen sich sicher durch das Netz bewegen können.

Natürlich können Schulen bzw. Lehrende nicht allein die digitale Bildung übernehmen. Eltern gehören dazu. Doch es sollte in der Schule starten, bereits in der ersten Klasse.

Digitale Bildung in Schulen ist oft nicht vorhanden - Mamaskind.de
Digitale Bildung in Schulen ist oft nicht vorhanden

Das Internet ist Einstellungssache: Apps, Apps, Apps

Es gibt die App Google Family Link, um die Google-Konten für Kinder sicherzumachen. Das funktioniert bei uns allerdings nicht. Für die Nintendo-Spielekonsole gibt es eine eigene App, für Microsoft (Family Safety, PC + Xbox) ebenfalls.

Das Apple-Smartphone läuft wiederum über „Bildschirmzeit“-Einstellungen in unseren Eltern-Accounts. Das Tablet (Fire Kids HD*) ist nicht Teil des Apple-Universums und bringt wiederum eine eigene App mit sich. Diese App habe ich auch im Beitrag Kinder-Tablet erläutert.

Nicht falsch verstehen: Ich finde es gut, dass meine Kinder all diese Möglichkeiten haben. Sie nutzen die Geräte für verschiedene Zwecke. Die Smartphones für Kinder sind bei uns z. B. nicht mit Spiele-Apps ausgestattet.

Weiterlesen:

Die Wahrheit liegt irgendwo auf dem Overhead-Projektor

Kein Mist, es gibt sie noch. Und während sich eine Grundschullehrerin über ihr digitales Smartboard im Klassenraum freuen darf, klopfen die anderen noch missmutig Kreideschwämme aus: an derselben Grundschule.

Wo soll auch das Geld herkommen, wenn nicht mal die Schulgebäude komplett saniert sind, es noch immer Fälle von Schimmel in der Schule gibt? Es ist eine Frechheit, wie mit Kindern und Lehrpersonen umgegangen wird.

So bat uns eine ehemalige Klassenlehrerin, bitte, bitte auch einen Schritt weiterzugehen und es anzusprechen, dass da verdächtiger Staub aus den Lüftungsschlitzen kommt. Sie litt gesundheitlich und machte sich Sorgen. Es dauerte, bis das fachlich untersucht wurde.

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Wo soll das Geld für die Schulen herkommen?

Ich bin da nicht so gut informiert, aber andere decken Fälle von Steuergeldern sehr hübsch auf.

„Andere Beispiele beziehen sich auf besonders skurrile Fälle. Etwa ein Parkplatz mit „integrierter Klimaanlage“ – aber nur, solange kein Auto darauf parkt, eine Brücke, die überhaupt nicht mehr benutzt wird, ein Luxushotel auf dem Bonner Petersberg, das dem Bund gehört und hohe Verluste einfährt oder eine angeblich energieautarke Disco der Bundesregierung, in der allein durch Tanzbewegungen genug Strom für den Betrieb produziert werden sollte – was aber letztlich nicht funktionierte. Die Liste ist lang, die Verschwendungen von Steuergeldern erscheinen teils völlig absurd.“

ZDF

Wenn man das, und viele weitere Beiträge liest, bleibt doch nur eine Frage offen:

Wie viel ist die Bildung von Kindern wert?

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Digitale Bildung: Was alles an Schulen (und woanders) falsch läuft - Mamaskind.de
Digitale Bildung: Was alles an Schulen (und woanders) falsch läuft