Ich kann mich nicht erinnern, dass ich etwas bekam, weil ich einen Zahn verlor. Die Zahnfee gab es bei uns zu Hause nicht. Vielleicht weil ich in der DDR geboren bin? Die Zahnfee kennt man eher in amerikanischen und englischen Erzählungen. Als mein Sohn einen Wackelzahn hatte, zog ich ihm diesen Zahn metaphorisch: die Zahnfee gibt es bei uns nicht!

Milchzahndosen und andere Ekel

Jetzt man ganz ehrlich: wie eklig sind denn Milchzahndosen? Eine Haarlocke von der ersten Frisur, ja, das ist noch süß. Aber warum sollte man Zähne aufheben? Ich stelle mir vor, wie ich eine kleine Kiste öffne und darin Zähne vorfinde. Brrrr. Milchzähne heben wir nicht auf.

Mit dieser Meinung scheine ich aber recht allein zu sein. Manchmal sehe ich gar in den Social Networks Bilder von stolzen Zahnlückenkindern, die ihre herausgefallenen Zähne präsentieren. Mich gruselt es immer wieder. Was für andere Menschen nackte Füße sind, sind für mich Zähne. Buah.

Wie erkläre ich es den Kindern?

Gar nicht. Wir machen kein großes Brimborium um die herausgefallenen Zähne. Bestenfalls werden diese zackig gezogen, da würde ich sogar bei helfen, wenn man mich ließe, und dann in den Müll befördert. Befördert, nicht degradiert, ist doch ein schönes Ende für Dinge, die man nicht mehr braucht.

Warum auch sollte man Zähne aufheben? Woran sollen sie die Kinder erinnern? Daran, dass sie Schmerzen hatten, weil der Zahn noch am seidenen Faden hing, der Druck aber schmerzte? Daran, wie es blutete, wenn sie sich doch trauten, den Zahn selbst zu ziehen?

Ich kann mir keine schöne Erinnerung in Verbindung mit den Milchzähnen vorstellen. Ob meine Zahnarztbehandlungsangst hier eine Rolle spielt? Vielleicht.

Kinder, die Zahnfee gibt es nicht. Über Milchzähne und andere Ekel. | Wir sammeln keine Milchzähne: Milchzahndosen: wie eklig ist das denn? Mehr liest du auf Mamaskind.de

Kinder, die Zahnfee gibt es nicht. Über Milchzähne und andere Ekel.

Kinder sind Sammler

Vielleicht startete der Trend zum Aufheben von Milchzähnen auch deswegen, weil Kinder Sammler sind. Sie möchten alles aufheben, kantige Steine, schmutzige Stöcker, Bierdeckel. Nichts davon finde ich sammelnswert.

Wir hatten damals noch coole Sachen. Bunte Schnuller, die man an den Rucksack pappte, Trolls mit bunten Haaren und die hippen Chupa Chups Caps (Pog), mit denen man noch spielen konnte. Andere sammelten Polly Pocket, die niedlichsten Püppchen zum Mitnehmen.

Aber Zähne? Nee, die hat niemand mit auf den Spielplatz gebracht.