Nun bin ich ein halbes Jahr Zweifachmama und wurde u. a. durch Mama on the rocks angeregt, über die Zeit mit zwei Kindern nachzudenken. Ist der Alltag mit zwei Kindern wirklich anstrengender? Was ändert sich mit zwei Kindern? Fragen über Fragen…

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Baby 2.0 ist ein Einsteigerbaby

Anfänglich stellten wir uns auf stundenweises Herumtragen des Frischlings in unserer langen Wohnung vor, kannten wir ja vom ersten Kind. Aber nichts. Kein Bauchweh, keine Koliken, juchu! Natürlich schrie er mit seinem zarten Stimmchen nach Milch oder sagte muuääh, wenn er sich wehtat. Dennoch waren die ersten Monate im Vergleich zum großen Sohn ein Spaziergang. Vielleicht sprechen auch die glücklichmachenden Stillhormone aus mir – ich kann mich über mangelnden Schlaf nicht beklagen. Man darf mir gratulieren (und bitte nicht meinen Mann fragen, hüstel).

Leichter Altersabstand – 4 Jahre

Bei uns ist der Altersabstand entscheidend. Die beiden Kinder liegen vier Jahre auseinander, was mir unglaublich hilft. Freunde von uns waren von dem Abstand nicht begeistert, ich bin bis jetzt überaus zufrieden. Mein Großer versteht, wann er warten muss, er hilft mir vereinzelt auch mal bei der Babypflege, er akzeptiert, dass ich immer das Baby am Rockzipfel habe. Bücher vorlesen, geht jedoch auch mit Baby an der Brust sehr gut.

Dass er dennoch eine Auszeit vom Baby braucht, kann er schon selbst äußern. Er bekommt keinen Bockanfall, den wir nicht nachvollziehen können, weil z. B. das Baby erst gefüttert werden und er warten muss. Wir können alles verbal klären. Trotzdem gewährend wir ihm Exklusivzeit, die wir auch so nennen: „Wollen wir ein Mama-Sohn-Spiel spielen, ohne Baby?“. Er freut sich darüber.

Ich erwähnte bereits, dass noch nicht die große Geschwisterliebe ausgebrochen ist. Kommt hoffentlich noch, wenn auch jungsifiziert. Kuscheln und Händchenhalten erwarte ich vom großen Sohn (leider) nicht. Er kuschelt nur, wenn er das Bedürfnis hat, sonst blockt er ab. Verständlich, will ich ja auch nicht dauernd.

Vorteile von zwei Kindern

Wären nicht etliche andere Geschwisterkinder in der Kita vor Baby 2.0 zur Welt gekommen, hätten wir auch den Platz in der Kita von Sohn 1.0 zum ersten Geburtstag gehabt. Dies konnte uns jedoch nicht garantiert werden, sodass wir anfänglich zu einer Tagesmama wechseln. Das ist also ein theoretisch Vorteil, den wir später in Anspruch nehmen dürfen. Die Kita ist nämlich super!

In meiner Fantasie spielen die beiden Kinder irgendwann (wenn auch nur kurz?) harmonisch miteinander, während ich durch meine Zeitschriften blättere. Klingt zu gut? Wird schon. Schon jetzt klappt das in Ansätzen für ein paar Minuten. Natürlich erwarte ich auch den befürchteten Streit um das Spielzeug. Da sich beide vorerst ein Zimmer teilen werden, wird das Mein und Dein vielleicht sowieso nicht so deutlich abgegrenzt. Ich bin gespannt, wie sich das Spielverhalten entwickelt. Wenn wir ehrlich sind, sind die Kinder meist im Wohnzimmer – da wo wir auch sind.

Übrigens fragte ich gerade den Mann, welche Vorteile zwei Kinder hätten. Er meinte, es gibt keine. So viel dazu. Kinder brauchen immer Aufmerksamkeit.

Nachteile von zwei Kindern

Das Abschieben beider Kinder zu Oma und Opa ist erschwert. Durch das Stillen ist das demnächst zwar nicht geplant, aber schnell mal beide Kinder abgeben, ist vermutlich nicht mehr, sagen jedenfalls besagte Freunde.

Persönliches Contra: Wenn alles im alten Keller verschimmelt, hilft das Aufheben der Kinderkleidung auch nichts. Kinderwagen, Babyschale und ein paar Kleidungsgrößen sind neben diversen anderen Dingen mit zartem, schädlichem Flaum bezogen worden. Für uns hieß das, alles neu kaufen.

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Kinder sind schön aber stressig

Wir sind beide gefordert. Während in der Ein-Kind-Zeit einer von uns meist Freizeit hatte, müssen wir nun beide ran. Einer betuddelt Baby, der andere den Großen, der sehr viel Erzählbedarf hat. Wir haben noch Hoffnung, dass sich das auch bald in den Abendstunden legt. Der große Sohn schläft gegen 20 Uhr, Baby bald vielleicht auch – bis zum Morgen? Freizeit!

Freizeit ist im Moment unser kostbarstes Gut. Wir planen schon während der Wachphasen, was wir in den Abendstunden machen. Bei mir sind das meist Zocken, Bloggen und SEO und beim Mann Programmieren oder Spielen. Im Anschluss treffen wir uns auf der Couch zum Schauen einer Serie. Die Zeit zum nächsten Schrei ist sehr kurz.

Ich fürchte, dass die richtig stressige Zeit noch kommen wird. Für mich beginnt sie um den 1. Geburtstag, wenn Kinder entdecken, dass man auch bockig sein kann. Bis dahin genieße ich mein meist glückliches Baby und den großen Bruder, der ihn immer zum Lachen bewegt. <3

Baby-Update: Wir bekommen es drittes Kind!

So wenig Freizeit mit Kindern wir auch haben, dennoch entschlossen wir uns, ein drittes Kind zu bekommen. <3 So anstrengend kann der Alltag mit zwei Kindern nicht sein, oder? ;) Mit sechs und zwei Jahren haben sich meine Jungs aber auch super entwickelt. Sie spielen miteinander, sogar Karten- und Brettspiele und manchmal klappt das ganz harmonisch. Das ist der Teil, auf den wir immer gewartet haben. Das harmonische Familienleben beginnt. Zumindest bis Baby 3.0 die Welt wieder auf den Kopf steht. Doch dazu bald mehr. Mit der Einschulung kam jedoch ein weiteres Problem: die Morgenroutine mit den Kindern hat sich verändert. Der Große Sohn muss nun pünktlich in der Schule sein. Mit dem Baby dürfte das nochmal anstrengend werden.

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