Es ist ein magisches Alter: sechs Jahre. Bald steht er zwischen nicht mehr und noch nicht: kein Kita-Kind mehr und noch kein Schulkind. Bis dahin sind es noch ein paar Monate, die wir genießen werden, ohne Pflichtanwesenheit in der Schule und Termine. Der 5. Geburtstag ist doch gar nicht so lange her, als wir auf dem Kindergeburtstag eine Ritter-Party machten…

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Der Sohn feiert heute den 6. Geburtstag!

Mein großer kleiner Sohn

Im Alltag muten wir Sohn 1.0 oft viel zu, er ist ja schon groß, denken wir. Tatsächlich wurde zum Kindergeburtstag heute gerade mal sechs Jahre alt. Er ist sensibel, braucht uns zum Spielen oder einfach nur zum Zuschauen. Obwohl er so selbstständig ist, gibt es viele Dinge, bei denen wir ihn unterstützen müssen oder sollen. Denn es täuscht: sechs Jahre sind noch nicht viel, er möchte mit uns durch den Alltag schreiten, gemeinsam Bücher lesen und spielen. Er fordert Aufmerksamkeit bei den meisten Dingen, die er beginnt, versichert sich, dass wir wirklich hinsehen, wenn er uns Sachen erklärt, er bastelt oder Lego-Bauwerke errichtet. Er wirkt schon wie ein kleiner Erwachsener, wenn er mir die Welt erklärt und ich nur staunend lausche. Woher weiß er das alles?

Er kann seinen Bruder mittlerweile gut ins Spiel einbringen – wenn er will. Und da liegt der Hase im Pfeffer, dann natürlich möchte er nicht dauernd den 1-Jährigen um sich herum haben, der noch impulsiv spielt und lieber ab- statt aufbaut. Das ist unsere Erwartungshaltung. Doch manchmal spielen beide sehr herzig miteinander. 1.0 gibt vor und der Kleine macht nach: Schienen bauen, Einkaufen spielen, kleben und malen. Bis vor kurzem dachte ich, dass beide eine schwierige Geschwisterbeziehung haben, weil der Große sein Revier verteidigt und ihn nicht mitmachen lässt. Bei einer Unterhaltung mit einem Zweifachpapa stellte sich jedoch heraus: das ist alles normal, er muss nichts müssen, er ist ein 6-Jähriger, der nur spielen möchte und das tun beide mitunter toll zusammen. Dieses Feedback hat mir ein wenig die Augen geöffnet: Warum erhoffe ich denn, dass der Große mit dem Bruder spielt und kuschelt? Weil ich es bei anderen gesehen habe und es so niedlich fand? Falscher Ansatz, weiß ich jetzt auch.

Vorbild für den Bruder

Doch für uns ist das nicht immer einfach: riskieren wir es, ein Brettspiel hervorzukramen, das 2.0 mit hoher Wahrscheinlichkeit stören wird? Darüber ärgert sich 1.0 dann immer. Das richtige Verhältnis (zumuten, einfach ausprobieren oder doch vorsichtig sein und Ärger vermeiden) haben wir noch nicht gefunden. Daher sind die meisten Aktivitäten bei uns kleinkindtauglich. Wenn wir Karten spielen, haben wir immer ein Set parat, das 2.0 haben darf. Bei anderen Sachen lassen wir den Kleinen einfach mitmachen. Ich vermute, es ist der Einfluss der Kita: der große Sohn ist dem Bruder Vorbild, er zeigt ihm, was er darf und was nicht, wie er etwas basteln und bauen kann. Teilweise macht er dies bewusst und das macht mich so richtig glücklich. Meine beiden Söhne.

Nur wenn es Abend wird, die Augenlider schwer werden, wir uns zu viert ins Familienbett kuscheln, dann merken wir: er ist doch erst sechs Jahre alt, nicht schon. Es liegen noch so viele schöne Momente vor ihm, der letzte Kita-Sommer, die Einschulung allein in diesem Jahr, wobei die Schulanmeldung schon 2015 war. Werde langsam groß, damit wir gemeinsam wachsen können.

Alles Liebe zum 6. Geburtstag. <3

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