Mamas Kind
Aus aktuellem Anlass möchte ich ein paar Hilfemaßnahmen bei einem Magen-Darm-Infekt bei Kindern eingehen. Vielleicht kann dies auch als Notiz an mich gelten, sollte diese Hölle uns noch einmal erreichen. Unsere gesamte Familie hatte diese Seuche in Form vom Norovirus. Sehr unangenehm und besonders für Kinder auch sehr gefährlich.
So fing alles an
Zuerst fiel auf, dass das Kind weniger aktiv am Spielen teilnahm und sich auch ruhiger verhielt. So brachten wir es nach einem ordentlichen Abendbrot auch ins Bett und wurden erst durch klagende Rufe nach Mama und Papa aufgeschreckt.
Vielleicht wäre dies der Zeitpunkt für Mundschutz und Handschuhe gewesen. Vermutlich haben wir uns aber schon vorher infiziert (anstecken ist ein zu harmlose Wort für solch eine ekelhafte Krankheit). Also hat Papa eine Schüssel geholt und liebevoll und ängstlich dem Kind den Kopf gestreichelt und gehalten während Mama nachts auf Putztour ins Kinderzimmer geht.
Unglaublich! Da schlendert man Arm in Arm durch IKEA und entdeckt das: Ein riesiges Brokkoli-Kuscheltier! Dieses saß gänzlich brav in seinem Regal und glubschte potenzielle Käufer - umrundet von Erdbeeren und Mohrrüben - friedlich an. Natürlich war er friedlich, schon mal aggressives Gemüse gesehen? Ok, Zwiebeln sind wirklich fies..
Na gut, ehrlich gesagt steht das Ergebnis schon fest. Ich kann hier doch nicht über das stärkere Geschlecht lästern…
Es gibt sie also wirklich: Tagesväter, männliche Personen, die tagsüber Kinder behüten, deren Lärm ertragen, sie füttern und die Folgen beseitigen. Dass es sie auch in unserer Kleinstadt gibt, war mir bisher unbekannt.
Wegen Krankheit seiner Tagesmama geht Mamaskind seit 1,5 Wochen zu einer anderen (weiblichen) Betreuungsperson. Sie teilt sich mit einem Tagesvater einen Spielplatz und somit auch die Aufsicht über elf kleine Kinder.
Im Sandkasten wurde mir schließlich bewusst, dass Tagespapas nicht nur super mit Kindern umgehen können (ok, ich packe alle in eine Schublade…), sondern sie tun es auch vollkommen anders. Männer eben!
Zugegeben, Mamaskind ist noch nicht einmal zwei Jahre alt. Dennoch scheint seine Sprachentwicklung nahezu zu explodieren! Dabei zwinge ich den Sohnemann nicht, täglich Dehn- und Stretchübungen mit seinem Mund zu machen oder mit lustigen Bällen im Mund zu sprechen.
Die Wahrheit ist: wir lesen viel. Ich liebe es bspw. (gebrauchte) Kinderbücher zu kaufen und dann dem Kind zu erzählen, was auf den Bildern zu sehen ist. Er liebt das auch und wird plötzlich ganz still und spitzt die Öhrchen. Gut so!
Noch ein kleiner Insider-Tipp zur Sprachentwicklung
Warum bringt ihr eurem Kleinkind nicht die Farben beim Spazierengehen bei? Das geht so: Wir laufen an verschiedenen Autos entlang und ich verrate ihm die jeweiligen Farben (kompliziert wird es bei silbernen Autos…). Im Anschluss wird fleißig abgefragt.
Das Ergebnis
Mamaskind kann nun die Grundfarben und hat beim Erklären eine ziemlich hohe Trefferquote. Am meisten mag ich jedoch die Farbe Lila. Könnt ihr euch vorstellen wie süß “lila” aus einem Kindermund klingt? Unglaublich!
Aber verzweifelt nicht, wenn das Kind mit der Sprachentwicklung eurer Meinung nach hinterherhinkt. Richtig aktiv wurde unser Bub erst mit ca. 18 Monaten, als er verschiedene Dinge wie Auto, Ball, Mama und Papa sicher benennen konnte. Mit fast zwei Jahren benutzt er Zwei-Wort-Sätze, z.B. “Mama mit” (Mama soll mitkommen). Das liegt auch völlig in der Norm obwohl es immer Kinder geben wird, die mehr oder weniger sprechen können.
Mit zwei Jahren findet auch die U7 statt. Der Spracherwerb des Kindes wird dort in jedem Fall besprochen, sodass “late-talker” auch entlarvt werden.
In diesem Sinne: Buuummi-buuummi… (ja, er singt auch schon ein paar Wörter…)!
Neiiiiiin?
Genau dieser fragende Ton des Wörtchens nein, dieser lediglich vier Buchstaben ist es, der Eltern an ihre Grenzen bringt.
Möchtest du etwas trinken? Neiiiiin? Langgezogen und fragend, so könnte man die Aussprache von Mamaskind beschreiben. “Ja” hat der Jährling schon seit geraumer Zeit nicht mehr gesagt - das Kind bildet stets die Opposition.
Morgens fängt es an: Komm, wir putzen deine Zähnchen! Antwort lautet, ihr ahnt es sicherlich, neiiiiin? Weiter geht es mit dem Anziehen, dem Aufbruch zur liebevollen Tagesmama und natürlich dem Dortbleiben. Nach Mamas Arbeit möchte sich das einst fromme Wesen aber auch nicht auf den Heimweg begeben, es möchte nicht Lego spielen oder mit dem geliebten Feuerwehrauto herumdüsen.
Das Schlimme ist jedoch, dass er nach dem Verneinen (mit Fragezeichen) doch das tut, was wir vorschlagen.
Wie nennt man das? Trotzphase? Rebellion? Frühe Pubertät?
Sophokles (497 v. Chr.) nannte die Kinder seiner Generation jedenfalls auch schon faul, ungehorsam und rebellisch. An unserer Erziehung kann es folglich nicht liegen, auch wenn es unsere Ahnen gern auf uns schieben würden.
Fazit: Wir müssen jetzt dadurch. Und schlimmer wäre doch, wenn Mamaskind zu allem “ja” sagen würde, oder? Außerdem: N> Challenge!
Seit einer Woche steht Mamaskind endlich auf eigenen Füßen. Die teils wackeligen, teils waghalsigen Aufstehversuche enden seit dieser Woche in einem entenähnlichen Watschelgang. Nie hätten wir gedacht, dass er erst mit 14 Monaten den Schritt wagt (jaja, doppeldeutig und sehr witzig, haha!). Unser Blondschopf fing bereits mit sechs Monaten an zu krabbeln und sich an Möbeln hochzuziehen. Monat für Monat hörten und sagten wir “Der Junge läuft bald.”. Pustekuchen!
Und das möchten wir nicht vorenthalten!
Sogar Dawanda berichtete über uns: Hochzeit des Jahres!



